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DESIDERO / MISE EN SCÈNE

DIE SCHWEBENDE BÜHNE

BESPIELBARE FLÄCHE FÜR DAS KUNSTAREAL 2023

Die drei Münchner Kunsthochschulen – Akademie der Bildenden Künste (AdBK), Hochschule für Fernsehen und Film (HFF), Hochschule für Musik und Theater (HMTM) – präsentieren sich im Rahmen des Fests im Kunstareal 2023 erstmals gemeinsam und zentral auf einer eigenen Hochschulbühne. Sie steht mitten im Kunstareal direkt an der Gabelsberger Straße vor der Hochschule für Fernsehen und Film.

Paul Wilken Bühen

Der Bühnenentwurf „desidero“ – zu deutsch: „ich wünsche“ – ist eine gemeinsame Arbeit der Studierenden der Inne-narchitktur an der Akademie der Bildenden Künste in München und wurde von der Kirch Stiftung und der UNITEL Stiftung ermöglicht.

 

Der Entwurf setzt sich mit dem Motto des diesjährigen Kunstareal-Festes auseinander: „Sehnsucht“; und ist im Herzen des Münchner Kunstareals verortet. Seine Form ist von Wolkenbildern und dem träumerischen Blick in den blauen Himmel als Symbole der Sehnsucht inspiriert.

Geometrische Strukturen, in unterschiedlichste Blau-Schattierungen getaucht, verbinden sich zu einer immersiven Installation, die die unendliche Tiefe eines Sommerhimmels einzufangen versucht. Es ist der Blick in die Unendlichkeit, in die Tiefen des Himmels, der in uns die Sehnsucht nach dem Anderen – einer anderen Zeit, einem anderen Ort, einem anderen Ich – spürbar werden lässt. Dass das dabei Erträumte oft nicht das Realisierbare und noch häufiger nicht einmal das wirklich Wünschenswerte darstellt, das gehört zum Symbol des Himmels.

Die unterschiedlich großen – mal höher, mal kleiner; mal weiter, mal weniger – auskragenden Strukturen des Pavillons verleihen diesem Spannungsverhältnis Ausdruck. Das Gerüst des Pavillons wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Lehner Gerüsttechnik entwickelt. Ein leichtes, dreidimensionales Fachwerkgestänge aus Stahl, das die nach einer Seite offene Bühne umgibt, kündigt durch seine Verstrebungen bereits die Struktur des Daches an. Letzteres wird aus einer Vielzahl von nach oben und unten gespiegelter, unterschiedlich großer, jedoch regelmäßiger Pyramiden gebildet.

Ihre Größen folgen einem klaren Raster von 150, 100 und 50 Zentimetern Kantenlänge. Verschiedene Sondergrößen bilden Auskragungen am Rand der Konstruktion oder sind in das Traggerüst eingespannt beziehungsweise eingehängt. Alle Pyramiden sind aus Dachlatten konstruiert und mit blauem, teilweise reflektierendem Stoffen bespannt. Einige Pyramiden wiederum sind von innen beleuchtet. Das Spiel mit Licht und spiegelnden Oberflächen bricht die geometrische Struktur der Konstruktion auf, erzeugt Uneindeutigkeiten, lässt Raum zum Träumen.

Der blaue Bühnenboden wiederum greift die Farbigkeit der „Wolkenarchitektur“ auf und schafft ein Gleichgewicht zwischen Bühnenboden und Bühnendecke.

ADDBLOCS

KÜCHE NEU GEDACHT

MOBILES, FLEXIBLES UND MODULARES KÜCHENKONZEPT FÜR DIE ZUKUNFT DES KOCHENS

Die Küche ist ein Zentrum des sozialen Lebens. Die Geschichte der Küche als sozialer Treffpunkt reicht weit in die Vergangenheit der Menschheit zurück. Sie hat eine enorme Entwicklung durchgemacht, die eng mit sozialen Veränderungen, kulturellen Trends und technologischem Fortschritt verbunden ist. Von der einfachen Feuerstelle bis zur modernen, multifunktionalen Küche von heute spiegelt die Geschichte der Küche die Veränderungen unserer Essgewohnheiten, Familienstrukturen, Wohn- und Lebensstile wider. Und die Entwicklung geht weiter. Im Jahr 2024 befinden wir uns in einer Zeit des Umbruchs. Die Gesellschaften auf der ganzen Welt sind mit einer Vielzahl von Veränderungen konfrontiert, die vom technologischen Fortschritt bis hin zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen reichen. Aber auch auf individueller und privater Ebene finden Veränderungen statt. Die Art und Weise, wie Menschen leben und arbeiten, befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Neue Technologien und Kommunikationsmittel verändern unsere Beziehungen und unseren Alltag. Familienstrukturen wandeln sich und traditionelle Rollenbilder brechen auf. Flexibilität und Work-Life-Balance gewinnen an Bedeutung. Ein wachsendes Umweltbewusstsein prägt zunehmend unsere Entscheidungen, auch bei der Gestaltung unserer privaten Lebensräume. Auch die Ernährung ist ein wichtiger Aspekt im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs. Dabei geht es um Themen wie Nachhaltigkeit der Lebensmittelproduktion und -versorgung, Gesundheit, Lebensmittelqualität und sicherheit sowie kulturelle Vielfalt und Ernährungstraditionen. Wie könnte eine Küche aussehen, die die Bedürfnisse, Wünsche und Entwicklungen moderner Gesellschaften widerspiegelt?

Paul Wilken Küche

addBLOCS ist eine revolutionäre Küche. In meinem Entwurf stehen die Aspekte Modularität, Flexibilität, Mobilität, Erweiterbarkeit, Austauschbarkeit. Die traditionelle Küche ist nicht wandelbar, sie steht an einem festen Platz in der Wohnung und hat keine Möglichkeit, sich zu verändern oder anzupassen, ohne einen großen Aufwand in Form von Umbau zu betreiben. Ich finde, dass diese Art einer stationären Küche nicht mehr zeitgemäß ist.

Heutzutage ist so gut wie alles mobil und flexibel. Warum also nicht die Küche? Außerdem wollte ich der Küche in meinem Entwurf die Funktionalität und Einfachheit zurückgeben, welche sie durch den Trend der geschlossenen Schrankwände und Einbauküchen-Prinzipien verloren hat. Im ersten Schritt meines Entwurfes habe ich die Küche in die fünf grundlegenden Elemente aufgeteilt: Kochen, Waschen, Lagern, Zubereiten, Entsorgen. Dann habe ich jedem dieser Arbeitsschritte ein Modul zugewiesen, welches unabhängig von den anderen funktioniert. Zudem muss ein solches Modul ohne feste Anschlüsse im Raum frei bewegbar sein. Dieses Problem habe ich mit einer Technik gelöst, die mit Induktions-Akkus und Pumpen funktioniert. In der Wand sind Induktionsplatten an den Strom angeschlossen. Diese laden Akkus in den Modulen auf, wenn sie an der Wand stehen. Die Akkus versorgen den Kühlschrank und das Licht im Gasofen, sowie die Pumpe und den Erhitzer im Waschbecken-Modul, außerdem entsteht ein Induktionsfeld auf der Arbeitsplatte, auf welches man ein Steckdosenmodul stellen kann, um herkömmliche Küchengeräte trotzdem nutzen zu können. Die Wasserversorgung am Wasch-Modul erfolgt über einen SOL Zuwasser- und einen 50 L Abwassertank. Diese werden automatisch, wenn er an die vorgesehenen Anschlüsse an der Wand gesteckt werden, aufgefüllt und abgepumpt. Die Module haben natürlich noch Rollen und sind somit nun vollkommen frei bewegbar im Raum.

Um jetzt noch die Küche funktionaler, wandelbar und erweiterbar zu machen, arbeite ich mit sog. add ons. Das ist ein Steck- und Klammersystem, um weitere Funktionen der Küche zu geben. Stangen können in 9 Löcher pro Modul gesteckt werden. An diesen Stangen, welche es in verschiedenen Größen gibt, können die unterschiedlichsten Erweiterungen angesteckt werden. Eine Dunstabzugshaube, ein Abtropfgestell, ein Licht und verschiedene Gitter und Behälter für die Lagerung von Küchengeräten, Besteck, Pfannen, Töpfen und alles was man sonst noch braucht. Durch die dadurch entstehende offene Lagerung, welche ganz individuell ist, wird die Funktionalität der Küche für den Anwender extrem optimiert.

 

Die Wandelbarkeit der Küche entsteht somit nicht nur durch das flexible Bewegen der Module, sondern auch durch die add ons, die je nach Belieben unendlich erweitert werden können. Somit wächst die Küche mit den Ansprüchen des Nutzers. Auch kann die gesamte Küche bei einem Umzug problemlos mitgenommen werden. Die Zeit von fest eingebauten Küchen, die sich nicht anpassen, nicht mitgenommen werden können und teuer sind. Mit meiner addBLOCS Küche wird das Kochen neu definiert. Es muss sich nicht länger der Mensch der Küche anpassen, sondern die Küche passt sich voll und ganz dem Lifestyle jedes Menschen individuell an und wird zum Alltagshelfer. Koche fällt leichter und macht wieder Spaß 

PAVILLON

GEMEINSAME ZEIT ERLEBEN

EIN TREFFPUNKT FÜR JEDEN AUF GRÜNFLÄCHEN

In urbanen Räumen spielen große Parks eine wichtige Rolle als Orte der Erholung, Bewegung und Begegnung. Dennoch fehlt es in vielen städtischen Grünanlagen an überdachten Treffpunkten, die spontane Begegnungen ermöglichen und Menschen dazu einladen, neue Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Besonders bei wechselnden Wetterbedingungen sind geschützte Orte selten, wodurch das soziale Potenzial dieser Freiräume oft ungenutzt bleibt.

Aufgabe ist es, einen offenen Treffpunkt zu entwerfen, der allen Menschen zugänglich ist und als sozialer Begegnungsraum dient. Dabei soll die architektonische Gestaltung sensibel auf die umgebende Grünfläche reagieren und sich harmonisch in die natürliche Umgebung integrieren. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der Gemeinschaft fördert, spontane Interaktionen ermöglicht und gleichzeitig die Qualitäten des Parks respektiert und ergänzt.

Paul Wilken Pavillon

EDIFICIO

BESTANDSBAU NACH BATISTA

PLANUNG VON WOHNUNGEN NACH BRASILIANISCHEM VORBILD IN DEUTSCHLAND

Das Bauen im Bestand gewinnt im Kontext begrenzter Ressourcen und steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Die Weiterentwicklung vorhandener Gebäudestrukturen stellt eine zentrale Strategie dar, um Materialverbrauch zu reduzieren, graue Energie zu erhalten und bestehende städtebauliche Strukturen sinnvoll zu nutzen. Anstatt Neubauten auf unbebauten Flächen zu errichten, bietet das Bauen im Bestand die Möglichkeit, vorhandene Ressourcen zu schonen und gleichzeitig zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen.

Die vorliegende Aufgabe beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Wohnungsbaus innerhalb eines definierten Bestands. Ziel ist es, die vorhandene Struktur zu analysieren und durch gezielte Eingriffe weiterzuentwickeln. Dabei dient eine nicht-europäische architektonische Tradition als Inspirationsquelle für eine moderne Neuinterpretation. Durch die Auseinandersetzung mit räumlichen Prinzipien, klimatischen Strategien und kulturellen Gestaltungselementen soll ein Entwurf entstehen, der sowohl auf den bestehenden Kontext reagiert als auch neue architektonische Qualitäten schafft.

Paul Wilken Bestandsumbau

Das Edifício Louveira von João Batista Vilanova Artigas dient als Ausgangspunkt für die Untersuchung zeitgemäßer Wohnformen. Ziel der Case Study ist es, die räumlichen und sozialen Prinzipien des Gebäudes zu analysieren und so zu interpretieren, dass daraus Wohnungen entstehen, die unter heutigen Bedingungen in Europa funktionieren.

Im Fokus stehen die klare Gliederung der Wohnungen, die Beziehung zwischen privaten und gemeinschaftlichen Bereichen sowie der zentrale Freiraum als sozialer Treffpunkt. Diese Qualitäten werden nicht kopiert, sondern an europäische Anforderungen wie Klimaschutz, Energieeffizienz und flexible Wohnformen angepasst.

Das Ergebnis ist eine konzeptionelle Übersetzung der ursprünglichen Wohnideen in ein zeitgemäßes europäisches Wohnmodell, das Gemeinschaft fördert und gleichzeitig auf aktuelle Lebensweisen reagiert.

WONWA

WANDELBARER WOHNRAUM

LANGFRISTIG FLEXIBLER WOHNRAUM IN DER LUITPOLDKASERNE

Es ist festzustellen, dass Wandelbarkeit in der Innenarchitektur ein komplexes Thema ist. Die Umsetzung von Flexibilität im Wohnraum hängt von den Umständen und dem Ansatz ab. Es gibt viele unterschiedliche Lösungen für diese Herausforderung im ersten Teil des Exposes wurde festgestellt, dass Wohnraumknappheit ein großes Problem ist, vor allem in München. Deshalb hat die Behandlung dieses Problems eine große Wichtigkeit. Auch, dass das Umziehen oft negative Auswirkungen hat und der Aufwand nicht zu unterschätzen ist, wurde dargelegt. Wohnraum, der sich mit dem Leben verändert, wurde als ausschlaggebender Punkt für das Thema genannt. Im zweiten Abschnitt wurde das Gebäude, in dem das Vorhaben umgesetzt werden soll, analysiert die Verortung des Hauses wurde vorgenommen und festgestellt, dass sich die Lage aufgrund genannter Faktoren sehr gut zum Wohnen eignet. Danach wurde die Historie des Ortes aufgeschlüsselt und die allgemeine Architektur des Hauses betrachtet. Durch die genaue Analyse des zweiten Stockwerkes konnten die Vor- und Nachteile des Obergeschosses aufgeschlüsselt werden. Nach der Untersuchung des nutzbaren Raumes wurden verschiedene Beispiele aus Film, der Kindheit und der Architektur analysiert, um zu verstehen, warum Veränderung Spaß macht und wie unterschiedlich sie aussehen kann. Aus der Untersuchung geht hervor, dass es viele Faktoren gibt, die zu beachten sind, wenn man flexiblen Wohnraum schaffen will. Zur Einordnung gab es am Anfang des Exposes ein Moodboard, welches ich vor der Recherche und Analyse meines Themas angefertigt habe. Am Ende des Exposes befindet sich ebenfalls ein Moodboard, welches nach der Bearbeitung des Themas entstanden ist. Hier lässt sich bereits eine Veränderung feststellen Mein Ziel ist es, das zweite Obergeschoss des Haus 3 der Luitpoldkaserne so umzugestalten, dass es einen wandelbaren Wohnraum für Personen bietet und das Zuhause dieser mit der Veränderung in ihrem Leben mitwächst.

Paul Wilken wandelbarer Wohnraum

Es ist festzustellen, dass sich der benötigte Platz je nach Personenhaushaltsgröße logischerweise verändert. Die optimale Größe für den Wohnraum liegt zwischen 88 Quadratmeter (Ein-Personen-Haushalt) und 125 Quadratmeter (Familienhaushalt mit zwei Kindern). Die optimale Durchschnittsgröße aus allen sechs Lebensabschnitten ergibt 99 Quadratmeter. Wobei die Schwankung zum höchsten Wert und zum niedrigsten Wert ca. 20 Quadratmeter beträgt. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass es möglich ist mit knapp 100 Quadratmetern Wohnfläche, in jeder durchschnittlichen Lebenssituation komfortabel zu Leben. Jedoch wäre es wünschenswert, wenn sich die Größe aus den oben genannten Gründen noch erweitern oder verkleinern ließe.

Das besondere und das ausschlaggebende um meine These zu beweisen, sind die sog. Schalträume, die sich zwischen den Wohnungen befinden. Sie dienen dazu, den Rest an Flexibilität zu geben, welche die ca. 100 Quadratmeter Wohnungen nicht bieten. Mithilfe der Schalträume ist also nun möglich, die Größe der Wohnungen von 80 Quadratmeter bis hin zu 120 Quadratmetern zu verkleinern oder zu erweitern. Es wird somit die ausgerechnete Statistik noch mehr erfüllt. Sinn dieser Schalträume ist es, Platz zu bieten, wenn er von den Bewohnern gebraucht wird. Beispielsweise: Familienzuwachs oder Pflegekräfte, die einziehen. Dieser Wandel ist nicht für spontane schnelle Veränderungen gedacht. Sondern der Raum soll auf mehrere Jahre hin ein Bestandteil der Wohnung werden. Jeder Schaltraum hat einen Gang, der ihn entweder mit der einen oder mit der anderen Wohnung verbindet.

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